Hallux Valgus - Schmerzende Zehengelenke

Januar 07, 2019

Hallux Valgus - Schmerzende Zehengelenke

Was ist ein Hallux valgus?

Es handelt sich dabei um eine Fehlstellung der großen Zehe – auch Ballenzeh genannt. Das Gelenk der Großzehe (Hallux) ist verformt und verursacht Schmerzen. Von einem Hallux valgus spricht man, wenn die Großzehe zur Körperaußenseite (Valgusstellung) in Richtung der anderen Zehen abweicht und in dieser Fehlstellung dauerhaft verbleibt. Die Schiefstellung betrifft überwiegend Frauen und ist die häufigste Deformität im Vorfuß. Geschätzt leiden circa zehn Millionen Menschen unter einem Hallux valgus.

Wie entsteht ein Hallux vaglus? 

Durch falsche oder zu geringe Belastung der Bänder, Sehnen, Muskeln und Gelenke beim Laufen kann der Hallux valgus entstehen. Der Hallux-valgus kommt in manchen Familien häufiger vor als in anderen, so dass auch eine genetische Veranlagung nicht auszuschließen ist.

Die Schuhe haben dabei einen entscheidenden Einfluss: Schuhwerk mit hohem Absatz und Schuhe, welche die Zehen einengen, sind ein bedeutender Risikofaktor für die Entstehung eines Hallux valgus. Durch die hohen Absätze wirken auf die Zehengrundgelenke doppelt so große Kräfte ein. Die Hauptlast tragen dabei vor allem die große Zehe und der der erste Mittelfußknochen.

Das Grundgelenk im großen Zeh gerät aus seiner natürlichen Stellung und verschiebt sich in Richtung der kleinen Zehe, so dass der schmerzende Buckel am großen Zeh entsteht.

 Was sind die Symptome? 

Der Ballenzeh schmerzt beim Laufen, die Haut an dieser Stelle ist verdickt, gerötet und oft sogar entzündet. Die sogenannte Valgusstellung, also eine zur Köperaußenseite gewandte Stellung, ist mit dem bloßen Auge zu erkennen. Schwielen an den Fußsohlen können ebenfalls ein Indiz sein, dass ein Hallux valgus vorliegt.

Was kann die Ursache sein?

Fußschädigende Schuhe, unpassendes Schuhwerk, Vererbung, Übergewicht und familiäre Veranlagungen und können Auslöser für die Entstehung eines Hallux valgus sein. Häufig geht eine Fehlstellung des Fußes voraus. Diese Fehlstellung ist auch als Spreizfuß oder Knick-Senk-Spreizfuß bekannt.

Was kann man dagegen tun? Wie kann man vorbeugen?

  • Zehen- und Fußgymnastik mit Abspreizübungen
  • Einlagen verwenden, welche den Vorfuß unterstützen und die Fehlstellung lindern
  • ragen einer Nachtschiene, welche die Fuß- und Zehenstellung korrigiert
  • medizinsches Taping mit Kinesiotapes
  • Zehenspreizer verwenden
  • barfuß laufen, um die natürliche Stellung des Fußes zu unterstützen

Vermeiden Sie unbedingt das dauerhafte oder länger anhaltende Tragen von unpassendem Schuhwerk. Normale Schuhe sind bei einem vorhandenen Hallux valgus im Bereich des Vorfußes oft nicht breit genug, sodass das herausgetretene Mittelfußköpfchen gegen den Schuh drückt. Die Folge ist eine Rötung und Schwellung der Haut am Ballen. Ein Zehenspreizer kann hier Abhilfe schaffen und zu einer deutlichen Schmerzlinderung beitragen. 

Je länger und stärker der Druck einwirkt, desto mehr werden die Haut, der Schleimbeutel am Gelenk und das Großzehengrundgelenk selbst geschädigt. Das führt zu Schmerzen im Bereich des Grundgelenks, des Vorfußes und im Bereich der Mittelfußknochen (Metatarsalgie). Sprechen Sie in diesem Fall mit Ihrem Arzt über eine konservative Behandlung mit Kinesiolgie Tapes, Taping und das Tragen von offenen, unauffälligen Kompressionssocken. 

Mit diesen Maßnahmen lässt sich das Fortschreiten der Schiefstellung verhindern und aufhalten. Eine Heilung ist damit jedoch nicht möglich.

Die ständige Druckbelastung und die dadurch bedingten chronischen Entzündungen an der Haut und im Großzehengrundgelenk können die Schmerzen im Laufe der Jahre immer stärker werden. Das Großzehengrundgelenk wird dabei im schlimmsten Fall dabei so stark geschädigt, dass es nach einigen Jahren zu einem Gelenkverschleiß – einer sogenannten Arthrose - kommt. 

Führt eine konservative Therapie nicht zum Erfolg, bleibt oft nur ein operativer Eingriff. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über konservative, alternative und nicht-operative Behandlungsmethoden. Ein Orthopäde oder ein Fußchirurg sind bei einem hallux valgus der richtige Ansprechpartner. Auch der Hausarzt kann erste Anlaufstelle sein. Neben der körperlichen Untersuchung wendet man manchmal auch bildgebende Verfahren (z.B. Röntgen) an, um die Diagnose zu sichern.